
Die Saisonpremiere auf der Offenen Rennbahn Oerlikon bot grosse Emotionen: Nicole Fry und Daniel Wyder wurden verabschiedet, gleichzeitig kehrte mit der Eisenplastik «Im Ziel» ein Stück Rennbahn-Geschichte zurück. Nun folgt am Dienstagabend das zweite Meeting – mit einem Punktefahren als Höhepunkt.
Wenn Nicole Fry mit dem Schrittmacher-Töff ins Oval einbog, war dies jeweils mehr als nur Sport. Es war ein Bild, das hängen blieb. Eine Frau in einer Männerdomäne. Präzise, mutig, souverän. Für drei Jahre prägte sie das Bild der Offenen Rennbahn – und machte den Bahnradsport auch für Menschen interessant, die sonst kaum je ein Velodrom betreten hätten.
An der stimmungsvollen Saisonpremiere vom vergangenen Dienstag wurde Nicole Fry gemeinsam mit Daniel Wyder offiziell verabschiedet. Zwei Persönlichkeiten, die den Stehersport geprägt haben. Wyder als ehemaliger Weltklassefahrer (in anderen Disziplinen) und später als ruhiger, fairer und stets kontrollierter Schrittmacher. Fry als Pionierin, die sich ihren Platz im Rennbahnsport gegen Widerstände und Vorurteile erkämpfte.
Emotionaler Abschied
Die Verabschiedung geriet entsprechend emotional. Rennbahn-Kommunikationschef Thomas Renggli erinnerte daran, dass das Frauenstimmrecht in der Schweiz zwar 1971 eingeführt worden sei, gewisse Denkweisen aber bis heute nachwirkten. Gerade deshalb sei die Geschichte von Nicole Fry so beeindruckend. Und vielleicht, so die Hoffnung vieler auf den gut gefüllten Rängen, ist dieser Abschied noch nicht endgültig. Sportliche Comebacks gehören schliesslich zu den schönsten Geschichten.
Überhaupt bot der Saisonauftakt alles, was die Rennbahn Oerlikon seit Jahrzehnten ausmacht: spannenden Sport, vorzügliche Grillwürste, gut besetzte Tribünen und viele emotionale Momente. Einen ganz besonderen Akzent setzte dabei die Rückkehr der Eisenplastik «Im Ziel».

Monumentale Skulptur
Die monumentale Skulptur des Zürcher Künstlers Giorgio Placido Lorenzi war ursprünglich für die Bahnrad-Weltmeisterschaften 1983 in Oerlikon geschaffen worden. Danach verschwand sie über vier Jahrzehnte aus dem öffentlichen Blickfeld – erst auf einem Privatgrundstück, später in der Sammlung von Bruno Stefanini. Nun ist das Werk als Dauerleihgabe der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte an seinen ursprünglichen Ort zurückgekehrt
Die drei eisernen Bahnfahrer im Zielsprint stehen seit vergangener Woche direkt beim Eingang der Rennbahn – kraftvoll, roh und voller Dynamik. Sie erinnern an die grossen Zeiten des Bahnradsports in Oerlikon und passen gleichzeitig erstaunlich gut in die Gegenwart dieser traditionsreichen Sportstätte.
Die Rennbahn lebt!
Nach diesem gelungenen Auftakt geht die Saison nun bereits weiter: Am kommenden Dienstagabend dreht sich auf der Offenen Rennbahn Oerlikon wieder alles um Tempo, Taktik und Emotionen. Die Rennbahn lebt – mehr denn je.

Programm Dienstag, 19. Mai 2026
18.55 Uhr: Scratch (U13/U15)
19.05 Uhr: Temporennen (U19/U23/Elite)
19.20 Uhr: Ausscheidung (U15/U17/Frauen)
19.30 Uhr: Scratch (U19/U23/Elite)
19.40 Uhr: Ausscheidung (U17/U19/Frauen U23)
19.50 Uhr: Pause
20.10 Uhr: Ausscheidung (U13/U15)
20.20 Uhr: 1000er Rennen (U23/Elite)
20.45 Uhr: Punktefahren (U17/U19/Frauen)
21.00 Uhr: Ausscheidung (U23/Elite)
21.10 Uhr: Temporennen (U19/Frauen)
21.25 Uhr: Punktefahren (U19/U23/Elite)
21.55 Uhr: Rennschluss
Öffentlichkeitsarbeit: Thomas Renngli | IGOR